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Alles über Budgets

Liebe Patientinnen und Patienten !

Ärztliches Handeln ist heutzutage leider nicht mehr völlig losgelöst von wirtschaftlichen Zwängen und Bedingungen in unserem Gesundheitswesen zu sehen. Wir möchten Ihnen daher einen kurzen Abriss über die Budgetsituation einer ambulanten Praxis geben, um ein wenig Verständnis zu wecken, für die Probleme niedergelassener Kollegen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass einen Kranken vorwiegend die Genesung und nicht  die Kosten hierfür interessieren. Leider haben die von den Kassen und der Politik geschaffenen und zu verantwortenden Budgets aber auch erhebliche Auswirkungen auf die Qualität der ärztlichen Versorgung und damit auf Sie, den Patienten!!

Budgetiert ist derzeit leider Alles in unserem Gesundheitswesen: die Medikamente, ärztliche Leistungen, Laborleistungen und auch im Krankenhaus greifen Budgets und Richtgrößen (DRG’s) um sich und führen zu massiv verkürzten Liegezeiten oder Patientenverschiebung in den ambulanten Bereich. Dieses alles führt NICHT zur Verbesserung der Qualität der Versorgung und auch keineswegs zu der Effizienzsteigerung, die nötig wäre und Sparpotentiale eröffnen würde.

Es gibt einige wenige Leistungsbereiche und Krankenkassen, deren Patienten nicht den Budgetzwängen unterliegen: Patienten der Polizei, der Feuerwehr, Zivildienstleistende, und alle Patienten des Sozialamtes unterliegen mit ihren Erkrankungen keinerlei Budgetbelastung. Dieses mag vom einen oder anderen als total ungerecht empfunden werden, ist aber eigentlich der Normalzustand! Denn ist ist ja nicht normal, dass ein Leistungserbringer in unserem Gesundheitswesen das Geld für seine Leistung mitbringen muss. Denn auch im täglichen Leben kann man nur das kaufen, was man auch bezahlen kann.

Wir versichern Ihnen, dass wir dennoch nach Kräften bemüht sind, eine qualitativ hochwertige Medizin für Sie anzubieten - aber Sie müssen leider doch hier und da qualitative Abstriche im Vergleich zum früheren Versorgungsniveau hinnehmen, oder aber Zusatzwunschleistungen (Igel-Leistungen) selbst bezahlen. Es kann auch sein, dass wir Sie für die Erbringung bestimmter Leistungen zu einem Fachkollegen überweisen müssen, wenn das Budget erschöpft ist.
Die andere Alternative wäre, dass wir selbst die Ihnen angebotenen Leistungen aus dem eigenen Portemonnaie bezahlen müssten. Sie werden sicher Verständnis haben, dass uns dieses auf Dauer beim besten Willen nicht zumutbar ist.


 01.12.11